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Gerade für Immobilienbesitzer, die ihre erste Immobilie kaufen, stellen viele Begriffe noch absolutes Neuland da. Heute möchten wir Ihnen kurz erklären, was es mit der Grundschuld auf sich hat und wozu diese dient.

Eine Grundschuld ist kurz erklärt, ein Recht, die Zahlung eines bestimmten Geldbetrages zu fordern. Dies kann eine Wohnung sein, aber auch ein Haus. Dabei macht es dann auch hier keinen Unterschied, ob es sich um eine Wohn- oder Gewerbeimmobilie handelt.

Dabei ist diese Form der Absicherung für den Gläubiger (meistens die Bank, aber auch private Investoren oder Firmen) noch gar nicht so alt wie man vielleicht denkt, dazu sagt uns nämlich der passende Wikipedia-Artikel:

Das Prinzip der „abstrakten Hypothek“ verbreitete sich durch die „Mecklenburgische Hypothekenordnung für Landgüter“ vom Oktober 1848, es folgte im März 1868 das „Hypothekengesetz für Neuvorpommern und Rügen“ Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Grundschuld

Bei einer Grundschuldbestellung wird also die Zustimmung des bisherigen Eigentümers eingeholt, das vorhandene Objekt mit einer Sicherheit (also meistens ein Kredit) zu belasten. In der Regel erfolgt diese Konstellation bei einem Verkauf, allerdings kann auch eine abgezahlte Immobilie jederzeit mit einer Grundschuld belastet werden, wenn der Eigentümer z.B. nicht sein Eigenkapital benutzen möchte.

Erst mit der erfolgreichen Eintragung der Grundschuld in das Grundbuch der Immobilie, folgt auch die Kaufpreiszahlung. Diese Grundschuld ist immer notariell zu beurkunden, damit man zeitgleich auch über die Rechte und Pflichte belehrt wird, die mit dieser Grundschuld im Zusammenhang stehen.

Persönliche Haftung

Weiter unterwirft man sich bei der Eintragung einer Grundschuld auch der persönlichen Haftung samt Zwangsvollstreckung und ggf. sogar Nebenleistungen, sollte man zahlungsunfähig werden. Bei der Eintragung einer neuen Grundschuld wird i.d.R. die alte Grundschuld abgelöst. Dies wird von der örtlichen Behörde geregelt, die dann dementsprechend den Passus aus dem Grundbuchauszug streicht. Aber Achtung: Dies muss natürlich auch im notariellen Kaufvertrag vermerkt sein. Generell ist nämlich alles möglich, auch das der neue Eigentümer die Grundschuld vom alten Eigentümer übernehmen kann. In der Regel ist es dann so, dass der neue Eigentümer über den Notar eine Löschung der vorhandenen Grundschuld beantragt.

Dei einer finanzierten Immobilie ist es der Bank sehr wichtig, dass sie im Rang an oberster Position steht, das wird von den meisten Banken gefordert. Sollte der Eigentümer nämlich zahlungsunfähig werden und die Bank steht erst nachrangig in der Grundschuld, so hätte diese ein deutlich höheres Risiko.Die Bank ist nämlich bei einer Zahlungsunfähigkeit des Schuldners berechtigt, die Immobilie zwangsversteigern zu lassen.